Jedes Ereignis hat eine Ursache. Jede Ursache war selbst eine Wirkung. Diese Kette hat keine Lücken. Das ist keine pessimistische Weltanschauung. Es ist eine nüchterne Beschreibung dessen, wie die Wirklichkeit strukturiert ist.
Der erste Kontakt mit dieser Idee erzeugt häufig Widerstand. Das Gefühl: wenn alles vorherbestimmt ist, wozu dann handeln? Dieser Widerstand ist verständlich. Er ist auch selbst ein Teil der Kausalkette.
Was der Determinismus aussagt: Jedes Ereignis hat Ursachen. Was er nicht aussagt: Handlungen sind sinnlos. Denn auch Handlungen und Entscheidungen sind Glieder der Kausalkette. Sie wirken. Sie verändern, was folgt. Handeln wird nicht zum Widerspruch gegen den Determinismus - es wird zu seiner sichtbaren Form.
Die Frage des Determinismus begleitet die Philosophie seit der Antike. Die Stoiker unterschieden zwischen dem, was in unserer Macht steht, und dem, was es nicht tut. Spinoza beschrieb Freiheit nicht als Abwesenheit von Kausalität, sondern als Handeln aus der eigenen Natur heraus. Kant zeigte, dass Kausalität eine fundamentale Kategorie ist, durch die wir Erfahrung strukturieren.